Warum bin ich traurig?
Nun, das ist - leider - ganz einfach erklärt:
Ihr alle kennt sicherlich noch die Geschichte der Blei-Enten, und 2 der Mädels von den Fördenixen, die uns damals trainiert und angefeuert haben, die haben in dieser Woche alles daran gesetzt, sich für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London zu qualifizieren.
Über 2 Jahre haben Edith Zeppenfeld und Wiebke Jeske alles für diesen Traum von Olympia gegeben. Sie sind weltweit von Wettkampf zu Wettkampf gereist, ganz einfach, weil man in dieser Sportart "Synchronschwimmen" nichts erreichen kann, wenn man "keinen Namen" hat. Unzählige Stunden haben sie im Wasser verbracht, sei es im Campusbad oder in den verschiedenen Trainingslagern, trainiert hier in Flensburg von ihrer Heimtrainerin Petra Obermark oder von der Bundestrainerin Tatjana Reich. Was wurde alles gemacht? Umstellung der Kür, Videoanalyse und natürlich jeden Tag mehrere Stunden im Wasser! Da gab es quasi keine Pause!
Privatleben? Was ist das? Edith und Wiebke haben in den letzten 2 Jahren wirklich alles hintenan gestellt. Job bzw. Studium wurden unterbrochen, nur um auf den Leistungsstand zu kommen, den sie heute erreicht haben. Und sie sind gut! Wirklich gut! Als Blei-Ente kann ich es zumindest ein klein wenig nachvollziehen, was notwendig ist, um diesen Level zu erreichen, den die Beiden erreicht haben! Auch sie werden reichlich Schmerzen gehabt haben in dieser Zeit. Natürlich kein Vergleich mit unseren Muskelkatern und Krämpfen. Für Edith und Wiebke spielte sich das aber eben auf internationalem Niveau ab und nicht auf dem Spaßlevel der Blei-Enten.
Leider ist es aber so, dass das Wertungssystem im Synchronschwimmen so ist, dass Punktrichter entscheiden. Das lässt sich gut vergleichen mit Eiskunstlaufen. Auch dort entscheiden subjektive Eindrücke / Empfindungen von Wertungsrichtern wer etwas schafft und wer eben nicht.
Für unsere beiden Flensburger stellt sich heute beim einzigen Qualifikationswettkampf für Olympia in London nun heraus, dass es wohl trotzdem noch zuwenig "Promotion" in eigener Sache war, denn am Ende fehlten nach Meinung dieser Wertungsrichter - auch aufgrund eines ziemlich komplizierten Wertungssystems, in dem dazu noch Kontingente für die jeweiligen Kontinente zu berücksichtigen waren - nur lächerliche 2,8 Punkte um dieses Wahnsinnsziel der Teilnahme an Olympischen Spielen zu erreichen, gefehlt haben. Aber 2,8 Punkte zu wenig sind 2,8 Punkte zu wenig, leider. Auch wenn das Trainerteam über die Entscheidung vorsichtig ausgedrückt "not amused" ist. Es ist halt wie es ist....
Und da ich weiss, dass die Beiden sicher heute Abend in London mit Sicherheit verdammt rote Augen zuziehen werden durch unendlich viele Tränen, bin auch ich traurig.
Aber Leistung muss einfach anerkannt werden und die Beiden haben in dieser Zeit der Olympia-Vorbereitung so viel geleistet, wie man als Amateur nur leisten kann! Ich, der Mike von den Blei-Enten, ich bin sowas von stolz auf das, was Edith und Wiebke erreicht haben, dass kann ich gar nicht richtig ausdrücken! Und ich bin sowas von stolz, dass diese Beiden sich trotz ihres Könnens "damals" nicht zu schade waren, uns zur aktiven Blei-Enten-Zeit zu zeigen, wo wir was besser machen können und wie bestimmt Sachen funktionieren!
Ich sage daher ganz einfach: Edith und Wiebke! Seid nicht zu traurig über das Ausscheiden sondern seid stolz auf das, was ihr geschafft habt!!! Ich - und da spreche ich mit Sicherheit für alle Blei-Enten - bin sehr, sehr stolz auf das, was ihr in den letzten Jahren geleistet und erreicht habt! Und wenn eure Tränen getrocknet sind, und ihr auf die ganze Zeit zurückblickt, dann solltet ihr das auch sein! Ihr habt tolle Ergebnisse bei internationalen Wettkämpfen inklusive einer Euro- und einer Weltmeisterschaft erreicht! Und dann fragt euch auch mal, wer es überhaupt schafft, an solchen Großereignissen teilzunehmen?!
Ihr habt das erreicht! Und ihr habt euch immer "gut verkauft"! Also lasst euch jetzt nicht hängen sondern geht mit erhobenem Haupt euren Weg weiter!!!
Ich begleite euch gerne dabei!