- Als (vor
fast 30 Jahren) Zugereister will oder muss ich mich nun noch mal zur OB-Wahl in Flensburg
äußern:
Es ist m. E. wirklich traurig, was sich hier zur Zeit in Flensburg abspielt:
Da hat man in unserer Stadt einen OB, mit dem "eigentlich" alle zufrieden waren, auch wenn während seiner bisherigen Amtszeit sicherlich nicht alles Gold war, was glänzte. Aber wirklich gravierende Verfehlungen hat man Klaus Tscheuschner bisher offensichtlich nicht nachweisen können.
Und trotzdem schafft es die gewählte Ratsversammlung nicht, sich im Interesse unserer Stadt zusammen zu raufen und sich darauf zu einigen, dass dieser OB weitermachen soll.
Ganz im Gegenteil: Der amtierende OB wird „aus dem Dorf gejagt“ und es werden nach und nach Unmengen an Kandidaten aus dem Hut gezaubert als wäre man in einer billigen Magieshow.
Und es geht auch längst nicht mehr nicht um Qualifikation, nein, es geht mittlerweile nur noch darum, dass jede der im Rat vertretenen Parteien ihren ganz persönlichen Favoriten durchsetzt. Und ergänzt wird das Ganze dann auch noch um Exoten, die sich darüber hinaus auch noch von der Lokalpresse im Wahlkampf behindert, sprich unbeachtet fühlen.
Ganz im Ernst Leute:
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass der Verwaltungschef einer Stadt - und nichts anderes ist der Oberbürgermeister von Flensburg - ganz einfach von seinem Job richtig Ahnung haben sollte, und zwar völlig unabhängig ob er ein und wenn ja welches Parteibuch er in der Tasche hat!
Politische Beschlüsse fällt immer noch der gewählte Rat dieser Stadt, der OB hat diese Beschlüsse gemeinsam mit seinen Mitarbeitern nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzen, nicht mehr aber auch nicht weniger!
Da hat bei der Entscheidung die Zugehörigkeit zu einer Partei aber auch gar nichts zu entscheiden!
Das einzige, was ausschlaggebend sein darf, ist die Qualifikation des Bewerbers für den Job des Verwaltungschefs oder der Verwaltungschefin einer Stadt mit bummelig 90000 Einwohnern, bummelig 1000 Mitarbeitern (Die im Übrigen auch eine qualifizierte Führungsspitze erwarten können und müssen!) und bummelig 240 Mio € Schulden!
Auch ich habe in den letzten Wochen den "Wahlkampf" der Kandidaten verfolgt und was da häufig an "heisser Luft" und pauschalen Aussagen kam, dass lässt den „Otto-Normal-Flensburger“ schnell zu der Meinung gelangen "Ist doch völlig egal, wen ich wähle, die machen eh nicht das, was ich will"!
Also eigentlich ein genaues Abbild dessen, was leider schon bei den letzten „echten“ politischen Wahlen zu beobachten war:
Es wird versucht, mit Platitüden das Wahlvolk für sich zu gewinnen und mit teils reisserischen Parolen von fachlichen Defiziten abzulenken. Und bestimmte Kandidaten beherrschen nicht einmal das, wie auf der letzten Podiumsdiskussion am Dienstag für jeden Zuschauer klar zu erkennen war! Da wäre der ein oder andere Rethorik-Kurs zuvor sicherlich angebracht gewesen....
Nach meinem Verständnis sollte es so sein, dass, wenn ein Posten in einem Betrieb zu besetzen ist - und auch eine Stadtverwaltung kann als Betrieb angesehen werden -, dieser ausgeschrieben werden muss mit ganz konkreten fachlichen Anforderungen an die Bewerber.
Vergleiche ich die aktuelle Situation mit der Bewerbung für einen sogenannten „normalen“ Job, dann wäre für den ein oder anderen Kandidaten schon das Einsenden der Bewerbungsunterlagen eine klassische Fehlinvestition gewesen.
Dummerweise wird der OB der Stadt Flensburg aber von den wahlberechtigten Einwohnern gewählt und jeder, der genügend Unterstützerunterschriften nachweisen kann, muss als Kandidat zugelassen werden. Tja, "jeder" heisst aber tatsächlich "jeder" und das merkt man leider.
Ich kann für uns Flensburger nur hoffen, dass der- oder diejenige, der/die am Ende das Rennen macht, wirklich soviel Erfahrung in der Leitung einer derart großen Behörde und auch ein gut funktionierendes, überregionales Netzwerk hat, dass er oder sie für unsere Stadt in der Zukunft wirklich das leisten kann, was zwingend notwendig ist, um im Rahmen der Möglichkeiten, die die Politik ihm/ihr anbietet, das Bestmögliche für meine - mittlerweile - Heimatstadt Flensburg zu erreichen.
- Besonders ärgerlich ist im Übrigen natürlich auch, dass bei derart vielen Kandidaten voraussichtlich niemand im ersten Wahlgang die notwendige Mehrheit erreicht und somit gleich wieder weitere Kosten für den nächsten Wahlgang auf Flensburg zu kommen!
