Man mag zu ihm stehen, wie immer man will, aber seinen Job, den hat der aktuelle Oberbürgermeister der Stadt Flensburg, Klaus Tscheuschner, in den letzten Jahren wirklich gut und im Sinne der Flensburger Bürger gemacht. Aber genau das scheinen speziell die politschen Parteien in Flensburg vergessen oder nicht mitbekommen zu haben:
Der Posten eines Oberbürgermeisters ist grundsätzlich der eines Verwaltungschefs und nicht der eines Politikers! Ein OB hat mit seiner Stadtverwaltung die Vorgaben der Politik, in unserem Fall des Stadtrats, umzusetzen: Nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Und was machen - bis auf (noch?) wenige Ausnahmen - die in Flensburg vertretenen Parteien?
Man ignoriert diesen Umstand einfach und fängt an, diesen Posten zu einem politischen "umzubauen"! Dabei ist die Qualifikation der Kandidaten offensichtlich völlig unerheblich! Den Umgang mit einem Budget von 100 Mio € und die fachliche Führung aller Mitarbeiter in der Stadtverwaltung den schafft man doch locker ganz nebenbei, schliesslich können Politiker ja alles. Hauptsache, das Parteibuch ist das richtige!
Schließlich beweist die Politik das ja immer, wenn in der sogenannten "Großen Politik" nach Neuwahlen das große Postenroulette beginnt. Gestern Wirtschafts-, heute Verteidigungsminister, gestern Innen-, heute Finanzminister... Also nichts leichter als das!
Nehmen wir doch mal als ein Beispiel den Kandidaten des SSW, Simon Faber:
"Er ist nicht das klassische Verwaltungsprofil, sondern er kann mit unverbrauchten Augen auf die bisherigen Strukturen in Verwaltung und Politik schauen und neue Wege vorschlagen"
Na prima! Dieser Mann hat das Allheilmittel für Flensburg in der Tasche! Er löst, da er ja unverbrauchte Augen hat, alle Probleme der Stadtverwaltung. Schliesslich hatten seine Vorgänger überhaupt keine Vorstellung davon, wie die Verwaltung einer Stadt wie Flensburg zu organsieren ist!
Nicht das mir die anderen Kandidaten wirklich besser gefallen, aber bei Herrn Faber wird sogar offen heraus gestellt, dass er von Verwaltung überhaupt keine Ahnung hat! Und den soll man zum Verwaltungschef, sprich zum Oberbürgermeister wählen? Ok, das ist vielleicht immer noch besser, als einen Partyfotografen an die Spitze der Verwaltung unser Stadt zu stellen, wie das Flensburger Tageblatt es von der Piratenpartei berichtet.
Als Flensburger finde ich es bedauerlich, was in meiner Stadt gerade abläuft und unerträglich, dass die "Postenschacherei", die bei politischen Ämtern heute leider Gang und Gäbe ist, nun auch auf die Verwaltung ausgeweitet wird.
Soviel zum Thema der Trennung von Legislative und Exekutive.

